Taufpaten sind für die Beziehung zuständig

Wer die Taufe seines Kindes plant, macht sich auch Gedanken über die Taufpaten. Wen wählt man aus? Welche Kriterien müssen sie erfüllen? Und: Was ist eigentlich ihre Aufgabe? Eins steht jedenfalls fest: Auf sie wartet eine Beziehungsaufgabe.

Auf Paten wartet eine Beziehungsaufgabe. Foto: Stephan Momberg_pixelio

Es war ein schöner Brauch, wenn früher Konfirmanden ihren Paten einen „Patenbrief“ geschrieben haben, um sich bei ihnen für die zurückliegende Zeit zu bedanken. Denn eigentlich endet die Patenschaft mit der Konfirmation. Eigentlich. Doch wenn eine echte Beziehung entstanden ist, dann geht diese natürlich weiter, sagt Pfarrerin Barbara Martin aus Vaihingen/ Enz. Dass aber so eine Beziehung entsteht, dafür muss man auch etwas tun, findet sie. Zum Beispiel sei es ein schönes Zeichen, sich regelmäßig an die Taufe zu erinnern. Man kann sich an dem Tag treffen und so deutlich machen, welchen Bezug man zueinander hat.

Denn das Patenamt sei in erster Linie ein kirchliches Amt. Die Patin oder der Pate soll das Kind an den Glauben heranführen – in aller Freiheit allerdings, wie Barbara Martin betont. Im Taufgottesdienst kann er oder sie die ersten Schritte dafür tun. Manche Paten gestalten die Taufkerze, manche lesen Fürbitten oder formulieren einen Taufwunsch. Für andere steht eher im Vordergrund, dass sie neben den Eltern zum Ansprechpartner für das Patenkind werden. „Die Eltern wünschen sich bei der Wahl des Paten hauptsächlich, dass er oder sie regelmäßigen Kontakt zu seinem Patenkind pflegt“, sagt die Hamburger Pfarrerin Birgit Vocka.
Die Vorstellung, dass die Paten bei einem Todesfall der Eltern für das Kind sorgen sollen, sei zwar überholt. Aber eine gewisse Pflicht, Verantwortung zu übernehmen und für das Kind da zu sein, wenn die Eltern ausfallen, sei schon gegeben, meint Barbara Martin. Wie die Begleitung des Kindes konkret aussieht, bleibt dem Paten überlassen.

Paten müssen keine Theologen sein

„Man muss nicht Theologie studiert haben, um Pate zu sein“, sagt Pfarrer Andreas Baldenius aus Bergedorf bei Hamburg. „Wichtig ist, dass man offen ist und sich gemeinsam mit dem Patenkind auf den Weg macht.“ Das müsse sich nicht auf religiöse Aktivitäten beschränken. „Das Patenamt ist nichts vom Leben Abgegrenztes“, erklärt er. „Wenn ein Pate mit seinem Patenkind zum Beispiel in den Urlaub fährt oder ins Kino geht, nimmt er sich Zeit und das ist oft das schönste Geschenk.“

Die Formalitäten

Gewisse Formalitäten gilt es bei der Auswahl einzuhalten: Grundsätzlich sollte einer der meist zwei Paten evangelisch sein. Der oder die anderen müssen mindestens einer der Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen angehören, die die Taufe gegenseitig anerkennen. Katholisch zu sein, ist daher kein Problem, neuapostolisch dagegen schon. Wenn jemand aus der Kirche ausgetreten ist, muss Barbara Martin dem Patenwunsch eine Absage erteilen. „Die Paten sagen stellvertretend für das Kind Ja zum Glauben“, betont Barbara Martin. Sie bietet dann meist an, dass diejenige Person dann zum Taufbecken mit vorgeht.

Ob der Pate aus dem Familien- oder dem Freundeskreis komme, das entscheide jede Familie nach ihren Vorstellungen. Ob die Beziehung zu einer Freundin hält, weiß man schließlich genauso wenig wie ob die verwandtschaftliche Bindung tragfähig ist. Wichtig ist für Barbara Martin, dass bei der Konfirmation die Paten noch einmal erwähnt werden und dass man ihnen Danke sagt für die Begleitung. Es muss ja kein Patenbrief mehr sein, wie das früher einmal war.

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