Warum es ohne Pfarrer nicht geht

Fest steht: Der Erfolg von Konfi 3 ist ganz eng an das Engagement der Pfarrerinnen und Pfarrer gekoppelt. Diese müssen im Rahmen von Konfi 3 – im Unterschied zum Konfirmandenunterricht in Klasse 8 - zwar nicht selber unterrichten. Aber die Mütter brauchen sie.

Es ist eine Binsenweisheit: Alle müssen zusammen arbeiten. Foto: Stephanie Hofschlaeger_pixelio

Die Kirchengemeinde hat eine Verantwortung: Tischeltern einzubinden, ihnen als Ersatzpfarrer Wertschätzung entgegenzubringen und sie als Multiplikatoren für die Gemeinde zu begreifen, ist das A und O einer erfolgreichen Konfi 3- Arbeit. Das betont auch der wissenschaftliche Leiter der Studie zur Konfirmandenarbeit, der Religionspädagoge Friedrich  Schweitzer von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. „Konfi 3 lebt vom persönlichen Engagement!“, so sein Fazit.

Die Rasselbande ist anstrengend

Obwohl Konfi 3 sich gerade von dem auf Wissensvermittlung angelegten Religionsunterricht unterscheiden soll, indem Kinder Kirche und Glauben durch Vertrauenspersonen erleben, ist diese Vorgabe in der Praxis oft schwer genug einzulösen. Um dieses „Erleben“ von Christsein zu befördern, ist der Ansatz, Eltern einzubinden und die Konfi-Stunden in Privaträumen stattfinden zu lassen, zwar schlüssig. Aber um diese Eltern zu finden, die die Rasselbande im eigenen Wohnzimmer unterrichten möchten, bedarf es gewaltiger Anstrengungen. 

Dass nur rund die Hälfte aller evangelischen Landeskirchen inzwischen mit einem Modell wie Konfi 3 einen früheren Start des Konfirmandenunterrichts anbietet, bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sich der anderen Hälfte der Nutzen eines solchen Modells noch nicht erschlossen hat. Aufgrund von Personalknappheit in beiden Kirchen hat man bereits eine Fülle von kirchlichen Angeboten an engagierte Gemeindemitglieder übertragen. Das betrifft vor allem die Kinder- und Jugendarbeit. Gerade das Outsourcing eines relativ neuen kirchlichen Angebots wie Konfi 3 verlangt von Tischeltern wie Pfarrerinnen oder Pfarrern ein hohes Maß an Engagement, Verantwortung und natürlich Zeit. 

Von der württembergischen Landeskirche gedacht als wichtige Station zwischen Taufe und Konfirmation und als Reaktion auf eine nachlassende kirchliche und religiöse Sozialisation, ist die Frage nach dem realen Mehrwert für die Familien dennoch nicht unumstritten. Vor allem wenn es nach dem Ende der Konfi 3- Zeit keine Anschlussangebote für die Familien und ihre Kinder gibt.

Für Familien, deren Eltern ihre Kinder ohne innere Überzeugung oder gar aus Gruppenzwang zum Unterricht schicken, bleibt der Mehrwert eher gering.  Denn Konfi 3 lebt auch von der Anteilnahme und dem Interesse der Familienangehörigen zu Hause. Gerade wenn diese nicht als Tischmütter oder Tischväter fungieren. 
Und gegen den Traditionsabbruch, der ja nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch ihre Eltern betrifft, kann Konfi 3 allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Ein Tropfen, der sich jedoch lohnt, meint Renée B., die ihrerseits vom Mehrwert für sich und ihre Familie überzeugt ist. So sehen das auch die anderen Tischmütter.

Gut zu wissen

Zweiphasenmodell:

Seit dem Beschluss der Landessynode 2010 ist Konfi 3 reguläres Modell in der württembergischen Landeskirche. Jede Gemeinde entscheidet selbständig, ob sie Konfirmandenarbeit in Klasse 3 und 8 oder ausschließlich in Klasse 7 und 8 anbieten will. Im Unterschied zu dem üblichen Konfirmandenunterricht in der Mittelstufe, den ein Pfarrer hält, werden bei Konfi 3 auch die Eltern oder Großeltern einbezogen. In Kleingruppen vermitteln sie in drei bis sechs Monaten bei wöchentlichen Treffen ihren und anderen Kindern Themen wie „Taufe“, „Kirchenjahr“ und „Abendmahl“. Jede Einheit schließt mit einem gemeinsam gestalteten Gottesdienst ab, darunter ein Tauferinnerungs- und ein Abendmahlsgottesdienst. Die Teilnahme an Konfi 3 ist freiwillig und keine Voraussetzung für die spätere Teilnahme am Konfirmandenunterricht in Klasse 7 und 8.

Taufe:

Um an Konfi 3 teilzunehmen, müssen die Kinder nicht zwingend getauft sein. Wer später jedoch konfirmiert werden möchte, muss seine Taufurkunde vorlegen oder die Taufe vor der eigentlichen Konfirmation nachholen.  

Kontaktaufnahme

Interessierte Eltern wenden sich an das Pfarrbüro ihrer Gemeinde, um sich über Konfi 3 vor Ort oder im Distrikt zu informieren.


Weiterführende Links

http://konfi3.de/was-ist-konfi3/
http://www.ekd.de/glauben/feste/konfirmation/links.html
http://www.ev-kirche-birkach.de/fileadmin/mediapool/gemeinden/KG_birkach/Dokumente/Konfi3_Flyer2010.pdf

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