Wer Pate werden darf und warum sie wichtig sind

Geschenkeonkel, Ferientante, Freund und Begleiter für das Leben – Was bedeutet Taufe? Welche Aufgaben haben Taufpaten? Wer darf Pate werden und wer beantwortet meine Fragen, wenn ich zweifle? 

Normalerweise werden bereits kleine Kinder getauft. Foto: Cornelia-Menichelli_pixelio


Das Patenamt war immer schon ein besonderes Amt. Im frühen Christentum bürgte der Taufpate für den christlichen Lebenswandel des Täuflings. In der bürgerlichen Gesellschaft der letzten Jahrhunderte war es wichtig, einem Kind einen wohlhabenden Paten an die Seite zu stellen. Er musste für großzügige Geschenke, vielleicht für einen Beitrag zur Aussteuer sorgen. Oft durfte das Kind die Ferien bei den Paten verbringen. Das wichtigste aber war, das Kind bei sich aufzunehmen, wenn den Eltern ein Unglück zustieß.

Heute geht es weniger um die finanzielle Absicherung. Und auch die ursprüngliche Aufgabe, die Vermittlung des christlichen Glaubens, ist bei vielen Familien etwas in den Hintergrund getreten. Eltern wollen ihren Kindern einen zuverlässigen Wegbegleiter an die Seite stellen. Daher wählen Eltern Menschen als Paten, die ihnen sehr nahe stehen.

Die Taufe, das erste Sakrament der Christen

Taufe ist weder katholisch noch evangelisch. Foto: Esther-Stosch_pixelio

Durch die Taufe wird ein Mensch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. In der evangelischen und der katholischen Kirche sowie bei Orthodoxen und Anglikanern ist es üblich, dass sowohl Säuglinge und Kinder als auch Erwachsene getauft werden. Beim Sakrament der Taufe zeigt sich die Einheit unter den Christen am deutlichsten. Deshalb wird auch nicht von katholischer oder evangelischer, sondern nur von der Taufe gesprochen. In beiden Konfessionen wird sie mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes vollzogen. Der Pfarrer oder die Pfarrerin begießt den Kopf des Täuflings drei Mal mit Wasser. Dazu bekennt der Taufkandidat seinen Glauben. Im Falle der Säuglingstaufe sprechen die Eltern sowie Paten und Patinnen stellvertretend für den Täufling. In manchen Konfessionen, zum Beispiel in der Orthodoxen Kirche, wird der Täufling ganz untergetaucht. Dass dieser vor Schreck manchmal weint, ist ganz normal und stört niemanden der Anwesenden.

Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und kann daher nicht wiederholt werden. Wer aus der Kirche ausgetreten ist und wieder eintreten möchte oder die Konfession wechselt, wird also nicht noch einmal getauft.

Kirchliche Paten

Patenschaft im christlichen Sinne bedeutet, dass man bei der Taufe verspricht, für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen. Das Wort kommt vom lateinischen pater spiritualis, also „Vater im Geiste“, und bezeichnet jemanden, der, außer den Eltern, bei der Taufe als Zeuge anwesend ist. Sein Name wird in die Kirchenbücher eingetragen. Ein Pate übernimmt bei der Taufe die Mitverantwortung, dass das Kind den Glauben, auf den es getauft worden ist, erfahren und selbst leben kann. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann nicht Pate werden. In der evangelischen Kirche kann Pate werden, wer einer christlichen Kirche angehört, er sollte evangelisch und konfirmiert sein. Nach katholischem Kirchenrecht darf ein Täufling bis zu zwei Taufpaten haben. Mindestens einer davon muss auch katholisch getauft und gefirmt und mindestens 16 Jahre alt sein.

Getauft oder nicht getauft, manchmal möchten Eltern einfach gute Freunde oder Verwandte als Paten für ihr Kind wählen.  Sind sie selbst nicht getauft und gehören sie keiner christlichen Kirche an, wird der Pfarrer oder die Pfarrerin mit der Wahl nicht einverstanden sein.  Aus kirchlicher Sicht kann nur Pate sein, wer verspricht, dass er das Kind in der Erziehung zum christlichen Glauben unterstützt. Und das kann natürlich nur, wer auch im christlichen Glauben lebt. Mindestens ein Pate muss also die Voraussetzungen der jeweiligen Kirche mitbringen. Das Patenamt kann übrigens weder zurückgenommen noch abgegeben werden. In der evangelischen Kirche endet es formal bei der Konfirmation, in der katholischen Kirche bleibt man ein Leben lang Pate.

Natürlich sind Geschenke wichtig. Foto: Steffi-Pelz_pixelio

Und wem traue ich diese Aufgabe zu?

Auch wenn der ursprüngliche Sinn des Patenamtes bei vielen Familien ein wenig in den Hintergrund geraten ist, bedeutet Patenschaft im christlichen Sinne doch, dass man verspricht, für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen. Wer kann diese Verantwortung für unser Kind übernehmen? Wird er oder sie auch die Zeit dafür haben, eine Beziehung zu unserem Kind aufzunehmen? Diese Fragen sollten die Eltern eines Täuflings in Gedanken haben, bei der Überlegung,  wen sie sich für diese Aufgabe wünschen. Wer selbst kein Christ ist und mit der Kirche nicht viel am Hut hat, der wird das sicher schwer können. Oder wer selbst aus beruflichen oder anderen Gründen zu sehr unter Druck steht, kann dem möglicherweise nicht gerecht werden. Dann hat er auch das Recht, seine Zweifel den Eltern gegenüber offen anzusprechen. Zweifelt der künftige Pate daran, ob der eigene Glaube ausreicht, kann ein Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin helfen, Klarheit zu schaffen. 

Keine Lebensversicherung

Patenschaft gilt heute für viele Taufeltern als Freundschafts- oder auch Vertrauensbeweis für die Paten. Stößt den Eltern etwas zu, so hoffen sie, springen die Paten ein und sichern das Kind ab. In früheren Zeiten war das auch tatsächlich so. Wenn die Eltern früh verstarben, hatten die Taufpaten die Fürsorgepflicht für das Kind. Heute haben Paten keine gesetzlich geregelten Rechte oder Pflichten und das Patenamt alleine berechtigt nicht, die Vormundschaft für ein Kind zu übernehmen. Wenn beide Eltern sterben, bestimmt das Vormundschaftsgericht mit dem Jugendamt einen Vormund. In der Regel wird ein naher Verwandter gewählt. Wollen Eltern, dass bestimmte Personen, zum Beispiel die Paten, das Sorgerecht bekommen, müssen sie das in einem Testament festlegen.


Zeitpunkte

Tipps für Familien

Zeiträume

Themen für Familien