Nicht autoritär, aber konsequent

Eltern sollten ein gutes Vorbild sein. Regeln und Grenzen, die sie ihren Kindern setzen, sollten sie auch selber einhalten. Respekt und Wertschätzung, Liebe und Verständnis haben, das sind wohl erst einmal die wichtigsten Erziehungsregeln. Eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen und Vertrauen zu den Heranwachsenden haben, dann haben Erziehungsberechtigte schon einmal viel erreicht.

Strenge Erziehung kann auch Halt geben. Foto: sillilein74_pixelio

 

Was spricht für eine strenge Erziehung:

 

  • Streng bzw. konsequent sein, gibt den Kindern eine Konstante in ihrem Leben. Regeln und  bestimmte wiederkehrende Abläufe vermitteln Sicherheit. Auch Rituale, wie zum Beispiel das gemeinsam Mittag essen, das Abendgebet und das Vorlesen vor dem Zubettgehen, bedeuten eine gewisse Sicherheit in einer unsicheren Welt, auch wenn sich pubertierende Kinder manchmal dagegen auflehnen.

  • Wer gelernt hat sich an Richtlinien zu halten, hat es in unserer Gesellschaft leichter. Denn nicht nur in der Schule, sondern auch im späteren Berufsleben muss sich jeder Bürger an viele Gesetze halten. Ganz egal ob man diese für richtig hält oder für überflüssig und lästig.

  • Wenn Kinder gelernt haben sich an Regeln zu halten, können sich Eltern langfristig darauf verlassen und ihnen mehr Freiheit und Selbstständigkeit einräumen. Wenn Eltern nicht jeden Schritt ihrer Kinder beaufsichtigen können und wollen, gibt ihnen die Zuverlässigkeit ihrer Kinder eine gewisse Sicherheit. So können sie den Freiraum langsam erweitern.

  • Ein gewisses autoritäres Verhalten ist grundsätzlich nicht zu verurteilen, weil man es im alltäglichen Leben, in der Schule und im Beruf immer wieder mit autoritären Personen und Strukturen zu tun haben wird und weil es in bestimmten Situationen einfach sinnvoll und notwendig ist, autoritär aufzutreten.

 

Was spricht gegen eine strenge Erziehung:

Ist das Verhältnis zu streng, fehlt das Vertrauen. Foto: Stephanie  Hofschlaeger_pixelio.de

 

  • Zu viele Regeln verhindern, dass Heranwachsende lernen selbstständig Entscheidungen zu treffen. Das kann ein eigenständiges und glückliches Leben behindern. Bei einer späteren Partnerwahl kann es schließlich passieren, dass die Beziehung in einem Ungleichgewicht steht. Manche Frau sucht sich hierbei einen dominanten Ehemann.

  • Hat ein Kind Angst vor Bestrafung, entwickelt es häufig Strategien. Oft lügt es um der Strafe zu entgehen. Wenn es zum Beispiel bemerkt, dass es sich verspätet, wird es ihm egal sein und es wird dann evtl. auch etliche Stunden später heimkommen. Die Vertrauensbasis könnte für immer verloren gehen.

  • Wenn Kinder sich ungerecht behandelt fühlen, neigen sie dazu, sich zu wehren. Sie trotzen und zicken über das normale Maß hinaus, um starre Grenzen aufzubrechen. Nicht selten verhärten sich dann die Fronten bis zum endgültigen oder sogar lebenslangen Bruch.

  • Zu streng erzogene Kinder fallen oft durch aggressives Verhalten auf. Häufig gegen wehrlose Gleichaltrige, aber auch gegen Tiere und Pflanzen. Und nicht zuletzt auch gegen sich selbst. Des Öfteren wird ein zu streng erzogenes Kind als Erwachsener ebenso hart zu seinem Nachwuchs.

  • Wenn Kinder sehr wenig Freiraum haben und statt Zuspruch eher Anweisungen und Kritik von ihren Eltern bekommen, behindert dies häufig die kreative Entfaltung. Viele Heranwachsende trauen sich folglich nichts zu und zweifeln an ihren Fähigkeiten. Nicht selten haben sie den ständigen Tadel vor Augen.

  • Kinder, die nur an ihrer Leistung gemessen werden und nur geliebt werden, wenn sie den Vorstellungen der Eltern entsprechen, haben kaum Chancen glückliche Erwachsene zu werden. Ein mangelndes Selbstwertgefühl lässt manches Kind auf Dauer auch versagen. Sie werden immer unzufriedener mit ihren eigenen Leistungen sein und eventuell durch den Druck, den sie auf sich selber ausüben, krank werden.



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