Nostalgie im Kinderzimmer

Heidi, der Räuber Hotzenplotz, Henriette Bimmelbahn – in den Kinderzimmern von heute begegnen wir den Helden aus der eigenen Kindheit, der unserer Eltern oder sogar Großeltern. Nostalgie ist in – auch beim Thema Kinderbücher.

Der Räuber Hotzenplotz ist immer noch beliebt, nicht nur als Verkleidung. Foto: S.-Hofschlaeger_pixelio

Nostalgie schafft Vertrautheit und Sicherheit, weckt Erinnerungen und zeigt, dass der Charme vieler alter Dinge nie verblasst und heute noch glücklich macht. Das zeigt sich auch bei den Kinderbüchern. Da gibt es Werke wie den „Struwwelpeter“, „Pipi Langstrumpf“ und den „Räuber Hotzenplotz“, die als Klassiker eigentlich immer gelesen wurden. Dazu kommen Bücher, die Eltern und Kinder eine Zeit lang ein wenig aus den Augen verloren hatten, heute aber wieder gerne gelesen werden – wie zum Beispiel „Die Häschenschule“, „Die Wurzelkinder“, „Henriette Bimmelbahn“ oder „Pony, Bär und Apfelbaum“. Einige dieser wieder begehrten Bücher waren vergriffen und werden jetzt wieder aufgelegt.

Gefühl der Geborgenheit

„Viele nostalgische Kinderbücher vermitteln dem Vorleser, der die Werke aus der eigenen Kindheit kennt, ein Gefühl der Geborgenheit, aber auch der Qualität“, sagt Katharina Ebinger, Programmleiterin des Thienemann-Verlags in Stuttgart. Auch wenn es immer wieder neue Kinderbuchautoren gibt, die das Zeug dazu haben, echte Perlen zu liefern, setzen viele Verlage derzeit auf Klassiker und alte Werke. „Deren Botschaften kommen auch heute noch an und die Themen wie Freundschaft und Konflikte sind nach wie vor aktuell“, weiß Ebinger. Mit den Büchern aus der eigenen Kindheit verbinden Leser ein bestimmtes Lebensgefühl, sie können sich damit identifizieren und zugleich die Emotionen mit den eigenen Kindern und Enkelkindern teilen. Und natürlich hilft es beim Vorlesen, wenn man ein Buch gut kennt – und mag.

Klassiker behutsam angepasst

Viele Verlage haben die Neuauflagen der Klassiker behutsam angepasst. So wurden einige Worte ersetzt, die heute nicht mehr bekannt und gebräuchlich sind. So wurde zum Beispiel aus „Schuhe wichsen“ im Buch „Die kleine Hexe“ der Begriff „Schuhe putzen“. Auch  einige Illustrationen wurden verändert oder koloriert. Schließlich ist es wichtig, das die Bücher den Kindern gefallen und Spaß  machen. Um jüngere Kinder bereits für die Klassiker zu begeistern, hat der Thienemann-Verlag zum Beispiel Werke wie „Der kleine Wassermann“ oder „Urmel“ neu illustrieren lassen und als Bilderbuch herausgegeben.

Immer noch ein Vorbild für alle, die es frech mögen: Pippi Langstrumpf. Foto: Karl-Heinz Laube_pixelio.de

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Kinderbuch aus alten Tagen zum Vorlesen geeignet ist, sollte das Werk am besten vorher einmal lesen – und sich auf eventuelle Fragen der Kinder vorbereiten und Begriffe nachschlagen. Das heute kaum noch bekannte „Spritzenhaus “ aus dem „Räuber Hotzenplotz“ diente zum Beispiel der Feuerwehr als Gefängnis...

Zeitpunkte

Tipps für Familien

Zeiträume

Themen für Familien