„Immer ich?“ Nein: „Au ja!“

Eigentlich gibt es nur drei Regeln, die Mütter und Väter befolgen sollten – dann packen Töchter und Söhne im Haushalt mit an. Das Schwierige: Im Trubel des Alltags geraten diese oft in Vergessenheit. Eine Erinnerung.

Regel 1: Ein Vorbild sein

Sieht der Sohn immer nur Mama putzen und die Waschmaschine befüllen, ist die Chance groß, dass das bei ihm unter „Frauenarbeit“ abgespeichert wird. Wenn ein Elternteil am anderen herummäkelt, dass er dieses und jenes nicht gut genug erledige, denkt ein cleveres Kind: Bevor ich Fehler mache und mich schimpfen lasse, tu ich lieber gar nichts. Wieso also nicht gemeinsam die Hausarbeit zu einer wichtigen Aufgabe für alle erklären? Wichtig auch: Wenn eine Haushaltshilfe im Einsatz ist, verdient diese Dankbarkeit und Respekt von allen Familienmitgliedern. 

Wäscheaufhängen ist auch etwas für Jungs. Kla, oder? Foto: Klaus Steves_pixelio.de

Regel 2: Zuständigkeiten verteilen

Feste Zuständigkeiten sind eine feine Sache: Wenn Mama heute bügelt, Papa putzt, Jan den Tisch deckt und abräumt und Lina einkauft, weiß jeder genau, wann er Feierabend hat. Das kann man täglich oder wöchentlich neu mit Plänen besiegeln – und mit Aufklebern, Smileys und, wenn einige zusammenkommen, gemeinsamen Unternehmungen belohnen. Knifflig dabei: Ein Familienmitglied muss konsequent die Pläne erstellen und sich um Belohnungen kümmern. Auch über den Umgang mit Versäumnissen muss die Familie sich einig werden. 

Regel 3: Gelassenheit ist Trumpf

Schon Kleinkinder räumen gerne auf: Topf auf Topf in den Schrank, Schuh neben Schuh in den Gang … Böden wischen und Staubsaugen ist ab dem Grundschulalter beliebt, Kochen, Bügeln, sich um die Wäsche kümmern ab etwa 12 Jahren. Nur mangelt es oft an Expertise. Da liegt Papas Wanderschuh neben der Julias Sandale, Gläser zerbrechen, und oh, diese Pfütze im Badezimmer! Wer den Nachwuchs bei der Stange halten möchte, sollte sich den Wutausbruch verkneifen. Ein bisschen Schwund ist sowieso immer …

Sonderfall Teenager:

Birgit Geistbeck aus Mindelheim, die Kurse zum entspannten Familienmanagement gibt, weiß, was beim Umgang mit den Teenagern hilft: „Geduld, Geduld und nochmal Geduld – und das Wissen, dass sich bei Kindern in der Pubertät das Gehirn ganz neu strukturiert.

Was bisher funktioniert hat, Zimmer aufräumen oder Mithilfe im Haushalt, funktioniert plötzlich nicht mehr.“ Wichtig sei, in dieser Phase den Kindern keine böse Absicht zu unterstellen und nicht aufzugeben. Fordern und fördern ist Trumpf – ein Beispiel: Nur, wer tagsüber im Garten mit anpackt, kann abends auf das Eltern-Gratis-Taxi zur Party zählen. Die Teenager-Zimmer sollten laut Geistbeck für Eltern weitgehend tabu sein. „Besser als ständiges Hinterherräumen ist, sich auf ein paar allgemeine Regeln zu verständigen“, weiß sie, „zum Beispiel, dass im Zimmer keine Essenreste herumliegen.“ Die Folge: „Die Kinder fühlen sich und ihren Bereich respektiert und verschließen sich nicht ganz.“

Link-Tipps:

www.entspannt-wohnen.com, www.hotel-mama-schließt.de

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