Fünf Trennungsgründe zum Kopfschütteln ...

Wenn erwachsene Menschen sich trennen, sollten sie triftige Gründe dafür haben. Dass es manchmal nicht so ist, zeigt Petra Plaum mit fünf selbst beobachteten Beispielen (Namen geändert).  Und sie verrät, wie es jeweils weiterging.

Blütenzupfen ist keine Entscheidung. Foto: Rosel-Eckstein_pixelio

1. „Sie sah aus wie ich“

Tom und Hannah, zwei amerikanische Studenten, fanden sich beim Schmökern in der Unibibliothek. In der Vorlesung, in der Mensa, in der Kirche – drei Monate lang sahen die Freunde beide die Köpfe zusammenstecken und Händchen halten. Bis Hannah ihren Freund bat, doch mal mit ihr ihre Eltern zu besuchen. „Da musste ich ihr sagen, dass ich sie gern habe, aber doch nicht als feste Freundin will“, sagt Tom rückblickend. „Als Frau war sie für mich nicht attraktiv, denn … sie sah aus wie ich.“

Zehn Jahre später … hatte Tom eine Therapie hinter sich und wusste, dass er Hannah nur darum keine Chance geben konnte, weil er sich selbst nicht liebte. Sie hat den Kontakt nach der Trennung abgebrochen, er wartet weiterhin auf „Mrs. Right“. Auf die Optik, betont er, kommt es ihm dabei nicht mehr an.

 

2. „Du bist anders, als ich dachte“

Der Unternehmensberater Sven fiel bei Studentin Anke förmlich mit der Tür ins Haus. Sie sei die Schönste, Tollste, einfach die Richtige! Nur die teuersten Restaurants und besten Plätze im Theater waren für beider Verabredungen gut genug. Nach acht Wochen Anbetung war plötzlich jeder Glanz aus seinen Augen verschwunden. „Ich habe mich getäuscht“, erklärte er Anke. „Du bist doch anders, als ich dachte – und ich bin nicht mehr verliebt.“

Zehn Jahre später … wusste Anke, dass Sven damals noch immer an seiner Ex-Freundin hing, mit der er jahrelang liiert gewesen war. Sein übertriebenes Engagement bei jeder Verabredung sollte ihn von seiner Trauer ablenken. „Sich in die Liebe zu verlieben, kann schon mal passieren“, meint Anke, die ihm rasch verziehen hatte. Beide fanden Jahre später jemanden, der dauerhaft zu ihnen passte und sind heute glücklich mit den neuen Partnern verheiratet.

 

3.  „Auf mich wartet die Welt“

Bei Marcel lief es beruflich gerade nicht rund, Jenny hingegen konnte aufsteigen – falls sie sich bereit erkläre, viel zu reisen. Die Mittvierzigerin nahm das Angebot an und machte mit ihrem Mann Schluss: „Du stagnierst, doch auf mich wartet die Welt.“

Zehn Jahre später … hat Jenny eine neue Stelle und statt eines Mannes einen Hund. Die Beziehung zu Marcel, sagte sie rückblickend, war lange marode gewesen und der berufliche Aufstieg ein willkommener Anlass, den Absprung zu schaffen. „Wenn er wirklich gewollt und um mich gekämpft hätte, hätten wir wohl einen Weg gefunden“, sagt sie rückblickend. „Doch er ließ mich einfach ziehen.“  

 

4. „Und außerdem mag er keine Schokolade“

„Warum hast du mit diesem hübschen, netten Mann Schluss gemacht?“, fragten alle, nachdem Natalie Jonathan verlassen hatte. Vier Jahre lang, seit der Abiturzeit, waren die beiden ein Paar gewesen. Natalie fand einen Haufen banaler Erklärungen: „Wenn wir stritten, verfiel er in den breitesten Dialekt. Ich konnte seine Turnschuhe nicht mehr sehen. Außerdem durfte ich bei ihm nie Knoblauch essen, und er mag keine Schokolade.“

Zehn Jahre später … ist allen klar: Natalie und Jonathan passten nie zueinander. Sie hatten nicht nur in puncto Schokolade, sondern vor allem in Sachen Geld, Ernährung, Kindererziehung und Glaube ganz unterschiedliche Ansichten. Die körperliche Anziehung und Verliebtheit der Jugendjahre waren nicht tragfähig.

 

5. „Ich brauche Abenteuer“

Den ersten festen Freund gleich heiraten? Nach acht Jahren bekam die Sozialpädagogin Heidi „die Vollmeise“. Ihren soliden Peter, Industriekaufmann, schickte sie in die Wüste und zog weit weg von ihm in eine Großstadt. „Ich bin 32“, erklärte sie ihren Freundinnen, „Peter will die Hochzeit, Haus und Kind. Wenn ich jetzt kein Abenteuer erlebe, ist es zu spät.“

Zehn Jahre später … hat Heidi Haus und zwei Kinder. Mit Peter. Nach einem Jahr voller Verabredungen mit Musikern, Dichtern und Barmännern merkte sie, dass sie das Richtige längst gefunden hatte. Sie zog in ihre Heimatstadt zurück, bekam beruflich und bei Peter eine neue Chance und nutzte beide.
 

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