Sexualität in der Ehe

Über Sexualität zu sprechen, fällt nicht jedem Paar, auch nicht jedem Ehepaar leicht. Es ist ein ganz intimer Bereich des Lebens. Wer darüber spricht, macht sich verletzlich. Wie es gelingen kann, verraten die Eheberater Ruth und Adrian Egger.


Vorsichtig wie die Engel müssen Menschen manchmal sein, wenn sie über die Liebe sprechen. Foto: Thorben Wengert/pixelio.de

Kommunikation

Wir sollen einander sagen können, was uns gefällt – wir sollten das nicht der Vermutung unseres Partners überlassen. Für einen Mann ist oft die körperliche Begegnung der Türöffner, um seiner Frau liebevoll begegnen zu können. Die Frau möchte zuerst das Gespräch – der Mann die Körpersprache! Beides steht gleichwertig nebeneinander, und es ist so wichtig, dass beide Partner dabei auch vom andern her denken lernen.

Zärtlichkeit

Als Männer müssen wir immer wieder neu lernen, dass es notwendig ist, zuerst emotional zu geben und zärtlich zu sein – das braucht Zeit. Damit eine Frau sich selbst hingeben kann, muss sie sich sicher, geliebt, begehrt und als etwas Besonderes fühlen. Zärtlichkeit bedeutet, dass wir auch mit unseren Worten zärtlich sind.

Aufgeschlossenheit

Ich muss als Frau glauben, dass meine eigene Sexualität etwas Positives ist. Sie ist ein Geschenk – eine gute Gabe – die ich meinem Mann geben kann. Ich habe ihm mit meinem Körper etwas zu bieten. Dazu gehört auch das Thema der Verführung. Ich darf ihm gegenüber meine sexuellen Reize ausspielen. Es kann und darf ja nicht sein, dass der Mann Verführung nur durch andere Frauen erlebt. Verführung ist tatsächlich etwas, auf das die meisten Männer ansprechen.

Romantik

Romantik gehört zur Liebe dazu. Foto: Fotostudio Works_Lehre Villach/pixelio.de

Romantik ist die Brücke zwischen dem trockenen Alltag und dem intimen Bereich unserer sexuellen Beziehung. Romantik hilft, dass Sex nicht mechanisch wird und zur Routine verkümmert. Wir können es uns romantisch machen; das muss nicht kompliziert oder kostspielig sein. Es ist gut, wenn Männer entdecken, was ihre Frau romantisch findet. Sie wissen das nicht? Dann fragen Sie sie doch einmal! Erwartungen Das Gehirn ist unser wichtigstes Sexualorgan. Hier entstehen unsere Erwartungen. Es ist gut, wenn wir unsere eigene Sprache und unsere eigenen Signale entwickeln, mit denen wir einander unseren Wunsch mitteilen, miteinander zu schlafen. Man kann nicht einen Tag lang leben, als gäbe es die Partnerin nicht und spät nachts erwarten, dass sie zu allem bereit ist. Natürlich muss Spontaneität trotzdem noch Platz haben.

Abwechslung

Wir alle haben die Tendenz, auf neue Dinge besonders zu achten. Langeweile und Routine in unserer sexuellen Beziehung lassen das Gras auf der anderen Seite des Hanges grüner und attraktiver erscheinen. Wir glauben selber fest, dass eine sexuelle Beziehung innerhalb der Ehe ein Leben lang lebendig und leidenschaftlich bleiben und wachsen kann. Abwechslung kann in der Ehe unsere sexuelle Beziehung bereichern, frisch und spannend halten. Aber wenn wir experimentieren und neue Entdeckungen machen wollen, müssen immer beide damiteinverstanden sein, das heißt es ist wichtig, darüber zu reden.

Attraktivität

Shmuley Boteach schreibt im Buch „Koscherer Sex“: „Wir sollten darauf achten, dass die körperliche Attraktivität der Motor einer erfolgreichen Ehe bleibt. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen: Wenn ein Ehepaar sich nicht mehr zueinander hingezogen fühlt, ist die Ehe praktisch beendet.“ Überlegt euch einmal, was euch zu eurem Gegenüber am Anfang eurer Beziehung hingezogen hat, und was hat sich da im Laufe der Jahre verändert? Es geht nicht darum, ein Schönheitsideal à la Hollywood zu postulieren. Sondern es geht darum, dass wir uns, nachdem wir uns einmal gefunden haben, nicht einfach gehen lassen und unser Äußeres vernachlässigen. Wir müssen uns zu unserem Partner immer wieder auch hingezogen fühlen.

Adrian und Ruth Egger

Adrian und Ruth Egger leiten die Ehearbeit der reformierten Gellertkirche in Basel und führen seit Jahren Ehe-Kurse und Ehe-Vorbereitungskurse durch.
Kontakt: Eptingerstrasse 26, 4052 Basel, Telefon 061 312 16 96,

Zeitpunkte

Tipps für Familien

Zeiträume

Themen für Familien