Was heilt - Was macht kaputt?

Susan Heinz-Brändle, Gesundheitspraktikerin und Coach aus Leonberg, nennt sichere Wege dazu, eine Beziehung zum Scheitern zu bringen. Die Inhaberin des Gesundheitsstudios „Mein Ankerplatz“ verrät aber auch: Männer und Frauen können viel tun, um die Liebe lebendig zu halten.

Für viele Krisensituationen gibt es auch Rettungsringe. Foto: Rosel-Eckstein_pixelio

Beziehungs-Ende-Tipp für Frauen: Machen Sie Ihren Mann nieder

Jammern, meckern, schimpfen Sie über ihn! Ich beobachte das in Frauengruppen immer wieder: Eine fängt an, sich zu beschweren, die anderen fallen ein. „Meiner hilft nie im Haushalt“ – „Meiner macht die Dinge nie so, wie er sie tun sollte.“ – „Und mein Mann vergisst alles! Die Bilder aufzuhängen, den Schrank zu reparieren …“ Was davon bleibt: Lauter Frauen, die sich als moralische Siegerinnen fühlen und dennoch unzufrieden sind. Daheim nörgelt jede Frau ihren Mann an, bis er halbherzig und gestresst die Aufgabe erledigt – danach findet sie natürlich Fehler. Oder sie erledigt seine Aufgabe gleich selbst, mit Wut im Bauch.

 

Beziehungs-Rettungs-Tipp für Frauen: Mit Geduld und Dank zum Ziel

Frauen, die über ihren Mann schimpfen, sage ich auf den Kopf zu: „Sie tragen gerade viel dazu bei, dass Ihr Mann nicht mehr so viel für Sie tut wie am Anfang Ihrer Beziehung.“ Anfangs reagieren viele darauf verblüfft bis aggressiv. Am Ende stimmen sie mir zu. Denn: Am Anfang einer Beziehung sind meistens beide Partner wertschätzend und bauen den anderen auf. Die Männlichkeit des Mannes wird bewundert, die Weiblichkeit der Frau gefeiert. Der Mann fühlt sich als Macher und schafft eine Menge. Warum erinnern Frauen sich nicht häufiger daran? Probieren Sie es aus! Wenn etwas zu besorgen oder zu reparieren ist, übernehmen Sie es nicht selbst. Bitten Sie Ihren Mann liebevoll und ohne Vorwürfe darum. Wenn es länger dauert, zeigen Sie Geduld. Jede Wette, er wird es erledigen. Wenn es nicht ganz perfekt ist – na und? Danken Sie ihm trotzdem und lächeln Sie ihn an. Künftig bergen zu erledigende Aufgaben viel weniger Konfliktpotenzial.   

 

Beziehungs-Ende-Tipp für Männer: Behandeln Sie ihre Frau wie einen guten Kumpel

Irgendwann ist die erste Verliebtheit vorüber. Also dürfen Sie sich fortan so benehmen, als sei Ihre Frau Ihr guter Kumpel. Knallen Sie ihr die Tür vor der Nase zu, sagen Sie ihr unverblümt, dass sie zugenommen hat und bestehen Sie darauf, dass sie im Restaurant die Hälfte der Rechnung bezahlt. Sie verdient ihr eigenes Geld, wozu also das Geschleime?

Seien Sie mal ein rettender Engel aus der Luft! Foto: Paulwip_pixelio

Beziehungs-Rettungs-Tipp für Männer: Bleiben Sie ein Gentleman

Es kommt nicht selten vor, dass eine Frau in solch einer Beziehung irgendwann woanders einen Mann trifft, der ihr wieder das Gefühl gibt, dass sie Frau sein darf. Sie spürt: Ein richtiger Mann ist galant, kann gut für die Frau sorgen, beschützt sie gern – diese Frauen verlassen ihre Partner oft binnen kurzem, sogar, wenn die Kinder noch klein sind. Solch einer Entwicklung können Männer leicht vorbeugen, indem sie den einen oder anderen wenig schmeichelhaften Kommentar herunterschlucken, ihre Frau achtsam und mit Wertschätzung behandeln und auch mal verwöhnen.

 

Beziehungs-Ende-Tipp für beide: Gehen Sie in Konkurrenz zueinander

Kanzlerin, Bischöfin, Professorin – Frauen können alles. Männer werden Sternekoch und nehmen Elternzeit. Das ist auch gut so. Die Nebenwirkung: Viele Frauen agieren im Beruf nur noch männlich-dominant, weil es so gefordert ist und tun sich auch nach Feierabend schwer damit, umzuschalten. Männer ihrerseits haben das Gefühl, es nirgends gut genug machen zu können – im Beruf ebenso wenig wie zuhause. Machtkämpfe sind an der Tagesordnung. Die Leichtigkeit und der wertschätzende Umgang miteinander gehen verloren.

Ausruhen und die Wunden versorgen. Foto: Tim-Reckmann_pixelio

Beziehungs-Rettungs-Tipp für beide: Gönnen Sie sich selbst und einander Ruheinseln

Manche Frauen kommen zu mir, weil Männer – der eigene oder Kollegen – ihnen gesagt haben: „Du bist zu dominant.“ Andere buchen ein Coaching oder Training mit Begründungen wie: „Ich kann mich nicht mehr spüren“ oder „Ich bin einfach nicht zufrieden und weiß nicht, warum“. Allen vermittle ich den Mut, in ihre weibliche Kraft zu kommen. Weibliche Kraft bedeutet: mehr auf unsere Innenwelt, unser Herz und auf unsere Gefühle zu hören und diesen zu vertrauen. Ein erster Schritt sind Ruheinseln, die Frauen sich bewusst einplanen können wie berufliche oder Familien-Termine. Dafür eignen sich Meditation, Tanz, Yoga, eine Massage, ein Besuch bei der Kosmetikerin ... Doch auch Männern tun Ruheinseln und die Besinnung auf das, was sie vermissen und noch leben möchten, ausgesprochen gut. Für Paare gilt: Planen Sie Zeiten der Zweisamkeit ganz bewusst. Erinnern Sie sich daran, wie alles angefangen hat mit Ihnen beiden und dass Ihnen die Andersartigkeit des anderen gut gefallen hat. Üben Sie sich in achtsamen Gesprächen. Kritik und Machtkämpfe bleiben draußen. Und spüren Sie, was das mit Ihnen macht.

Susan Heinz-Brändle, Gesundheitspraktikerin und Coach aus Leonberg.

Kontakt: www.mein-ankerplatz.de

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